Naturwissenschaften, und hier insbesondere die Life Sciences, sind als derzeitige Leitwissenschaften hoch im Kurs. Kunst dagegen hat oft den Beigeschmack des nicht Notwendigen, den eines lediglich schmückenden, maximal individuell bereichernden Beiwerks.
Sie ist jedoch viel mehr: Reflexionsmöglichkeit, „ein Verfahren […], den Menschen in den kritischsten und schwierigsten Minuten seines Lebens mit der Welt ins Gleichgewicht zu setzen“ (Lew S. Wygotski), „die einzige Tätigkeitsform, durch die der Mensch als Mensch sich als wahres Individuum manifestieren kann“ (Marcel Duchamp) oder auch „a guaranty of sanity“ (Louise Bourgeois) - und natürlich auch individuell bereichernd.
Im Zusammenspiel beider Bereiche, in science + art, liegt ein interessantes, bisher noch wenig bzw. meist einseitig ausgeschöpftes Potential. Durch das Überschreiten vermeintlicher inhaltlicher Grenzen können sich neue Blickwinkel öffnen sowie Möglichkeiten für innovative kulturelle, wissenschaftliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen entstehen.
Wesentlicher Aspekt alles Gelungenen ist die Kommunikation – denn die viel zitierte Wissensgesellschaft bleibt eine Worthülse, solange gegenseitiges Verstehen sowie Bemühen um Kommunikation nicht ausreichend vorhanden sind: zwischen den verschiedensten Akteuren, innerhalb oder zwischen thematischen Bereichen, zwischen unterschiedlichen Kulturen, und das alles über die unterschiedlichsten Kanäle. Sowohl als Naturwissenschafterin als auch als Kunsthistorikerin widme ich mich an diversen Schnittstellen dieser Übersetzung, Vermittlung und Decodierung.
Meine Philosophie trennt nicht zwischen Arbeits- und Lebenswelt - diese finden für mich nicht in getrennten Zeitblöcken statt, sondern verbinden sich zu einer persönlichen Form der Lebenskultur, in der tatsächliches Interesse, Intellektualität, Kommunikation, Genuss und Kreativität sowie geistige und geografische Mobilität wesentlich sind.


